Lust auf Macht? Interview mit Theresia Volk

„Macht hat ein schlechtes Image, scheint irgendwie anrüchig“, umreißt Theresia Volk das Problem, das viele mit Macht haben. Sie selbst habe keine Lust, dass tolle Leute mit guten Ideen an der Machtfrage scheitern, so Theresia Volk, die seit 2005 als Lehrtrainerin am ICO dabei ist. Macht sei keine Geheimwissenschaft, es gebe Modelle, Theorien und Methoden, mit denen man Macht analysieren könne.

In der Interviewreihe „VALUES – Außergewöhnliche Menschen. Außergewöhnliche Einsichten“ spricht Katrin Helena Ernst, Expertin für Führung und Unternehmenskultur der Bertelsmann Stiftung, mit Persönlichkeiten, die uns mit ihrer Erfahrung bereichern, und uns zeigen, wie wir die Welt zu einem besseren Ort machen können. Theresia Volk ist preisgekrönte Autorin und arbeitet als Beraterin daran, Verständigungs-, Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse in den Unternehmen voranzubringen. Sie berät in strategischen, konzeptionellen und in persönlichen Fragen. Volk ist fasziniert von einem Thema, das die Menschheit seit Urzeiten begleitet: Macht. Ihr Erfolgsrezept: „Irritation is the source of thought“.

Zum Ansehen oder Anhören:

 

Live & in Farbe: Ab Juni wieder Präsenz-Seminare!

Die Inzidenzen sinken weiter und es gilt für Bayern: wenn die 7-Tage-Inzidenz am Seminarort mindestens 5 Tage unter 100 liegt ist Erwachsenenbildung in Präsenz erlaubt. Natürlich unter Berücksichtigung der Abstandsregelung und mit Hygienekonzept.

Nach 7-monatiger Präsenz-Pause und ausschließlich Online-Seminaren machen wir heute den Auftakt mit dem Seminar „Teamcoaching“. Dann geht’s weiter mit Change Management und dem Start der Ausbildung zum Systemischen Coach & Berater.

Wir freuen uns so sehr, unsere Teilnehmer/innen wieder live & in Farbe zu begrüßen!

Und noch eine Neuigkeit: Seit 7. Juni entfällt in Bayern bei einer Inzidenz unter 100 die Maskenpflicht am Platz, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann. Das bedeutet für Teilnehmende und Trainer/innen: Maske nur noch auf den Wegen vom und zum Platz.

 

Wir gratulieren!

Was für eine turbulente Reise: Im Oktober 2019 sind 14 Teilnehmer/innen in die Ausbildung zum Systemischen Berater & Coach gestartet. In Präsenz im schönen Hotel Klostergasthof in Thierhaupten. Im April 2021 fand das Abschlussmodul im virtuellen Raum statt. Wir gratulieren den ‚frischgebackenen‘ Systemischen Berater/innen & Coachs!!!

Noch ein Coaching-Podcast? Aber ja doch!

Coaching-Podcasts boomen. Braucht es da noch einen? Aber ja doch – wenn er gemacht ist, wie der von Raimund Schöll (Lehrtrainer am ICO) und Florian Schwarz (Bayerischer Rundfunk). Sie gehen mit ihrem Coaching-Podcast „Schöll & Schwarz“ an den Start: Fundiert und mit Leichtigkeit bereiten sie aktuelle Themen, die in der Arbeits- und Lebenspraxis eine Rolle spielen, für ihre Zuhörerschaft auf und besprechen sie aus der Coaching-Perspektive. Themen sind u.a. Führung, Konflikte, Coaching und Veränderung.

In der 1.Folge geht’s um Narzissmus und die Frage, woran wir Narzissmus erkennen, was Narzissmus ist und was er mit uns anstellt. Raimund Schöll spricht in diesem Podcast über seine Erfahrungen und gibt Hilfestellungen, wie man lernen kann, mit sogenannten Narzissten umzugehen.

Hier reinhören! www.schoellundschwarz.de

 

 

Weiterbildungs-Szene Deutschland 2021 – Neue Studie von Jürgen Graf

Wie werden wir wohl in drei oder vier Jahren in unserer Branche über das Jahr 2020 reden? Als Jahr, in dem TrainerInnen, BeraterInnen, Coachs disruptive Veränderungen und digitalen Wandel auch in ihrem Berufsfeld im Zeitraffer erlebten? Als Jahr zum Abhaken? Oder auch als Jahr der Initialzündung und des Aufbruchs in neue Trainingsformate und radikal andere Arbeitsweisen?

Wie die Akteurinnen und Akteure der Weiterbildungsbranche dieser Herausforderung begegnen und wie sie sich organisatorisch, inhaltlich und digital positionieren, ist Gegenstand der diesjährigen Trendanalyse von managerSeminare.

Die Studie ist Teil der Research-Reihe ‚Weiterbildungsszene Deutschland’ und liefert exklusive Marktdaten über seine Protagonisten – TrainerInnen, BeraterInnen und Coachs.

Selbstmanagement: Vorsätze für 2021 fassen – und umsetzen

Zum Jahreswechsel fassen alljährlich viele Menschen gute Vorsätze. Doch kurze Zeit später sind sie meist wieder passe. Rainer Paszek, seit vielen Jahren als Trainer, Führungskräfte- und Teamentwickler bei ICO, erklärt, wie es 2021 gelingt die gefassten Vorsätze auch langfristig umzusetzen.

Natürlich fassen wir, wie so oft und erst recht am Ende des Corona-Jahres gute Vorsätze: Mehr wertvolle Zeit mit Freunden, ein Karriereschritt, weniger Stress sowieso. Der Trick, damit die Vorsätze nicht im Februar schon wieder vergessen sind: Sie müssen in einer Lebensvision verankert sein.

Ziehe ich der Karriere wegen von München nach Hamburg oder sind mir meine Freunde wichtiger? Spare ich 200 Euro pro Monat fürs Alter oder fliege ich nach Hawaii? Will ich mit meinem Partner Kinder haben oder ist mir meine Unabhängigkeit wichtiger? Vor solchen Fragen, bei denen wir uns entscheiden müssen, stehen wir in unserem Leben oft. Denn es ist eine Illusion anzunehmen, alles sei zugleich möglich.

Ja sagen, heißt stets auch Nein sagen

Sich zu entscheiden, fällt vielen Menschen schwer. Denn: Wenn wir uns für etwas entscheiden, müssen wir andere Möglichkeiten verwerfen. Das können wir nur, wenn wir wissen, was uns wichtig ist. Sonst fassen wir zwar viele Vorsätze, doch wenige Tage später sind sie vergessen. Denn unsere Vorsätze sind nicht in einer Lebensvision verankert.

Hinzu kommt: Was in unserem Leben wirklich wichtig ist, ist nie dringend. Es ist zum Beispiel nie dringend, joggen zu gehen. Es wäre aber gut für unsere Gesundheit. Und es ist nie dringend, sich Zeit für ein Gespräch mit dem Partner zu nehmen. Es wäre aber wichtig für die Beziehung.

Weil die wirklich wichtigen Dinge nie dringend sind, schieben wir sie oft vor uns her. Oder wir hegen die Illusion: Wenn ich alles schneller erledige, habe ich auch dafür Zeit. Die einzige Konsequenz: Wir führen ein Leben im High-Speed-Tempo. Und irgendwann stellen wir resigniert fest: Nun führe ich zwar ein (noch) ge-füllteres Leben, aber kein er-fülltes Leben.

Herausforderung: Die Balance im Leben wahren

Eine solche Schieflage ist kein Einzelschicksal. Immer mehr Menschen plagt das Gefühl: Mein Leben ist nicht im Lot. Das war schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie so. Eine Ursache hierfür ist: Bezogen auf ihre berufliche Laufbahn haben die meisten Menschen eine klare Perspektive.  Anders sieht es in den Lebensbereichen „Sinn/Kultur“, „Körper/Gesundheit“ und „Familie/Beziehung“ aus. Hier fehlen ihnen häufig klare Ziele.

In der Alltagshektik übersehen wir zudem oft, dass die vier Lebensbereiche in einer Wechselbeziehung stehen. Deshalb verliert, wer zum Beispiel den Bereich „Arbeit/Beruf“ längerfristig überbetont, auf Dauer neben seiner Lebensfreude, auch seine Leistungskraft. Denn:
•    Wer krank ist, kann weder sein Leben in vollen Zügen genießen, noch ist er voller Leistungskraft.
•    Wer einsam ist, ist weder „quietsch-vergnügt“, noch kann er seine volle Energie auf seinen Job verwenden.
•    Wer in einer Sinnkrise steckt, ist weder lebensfroh, noch sehr leistungsfähig. Denn hinter allem Tun steht die Frage: Was soll das Ganze?

Damit wir ein erfülltes Leben führen, müssen wir also für die rechte Balance zwischen den vier Lebensbereichen sorgen. Hierfür benötigen wir eine Vision unseres künftigen Lebens. Diese brauchen wir auch, weil heute viele Anforderungen an uns gestellt werden, die sich nur bedingt miteinander vereinbaren lassen. Das werden fast alle berufstätigen Mütter und Väter sofort bestätigen.

So sind zum Beispiel in den meisten höher qualifizierten Jobs unregelmäßige Arbeitszeiten normal. Zumindest für alleinerziehende Mütter und Väter bedeutet dies: Sie können nicht mehr täglich beispielsweise Punkt 16 Uhr das Büro verlassen. Was sollen sie also tun, wenn der Kindergarten um 16 Uhr schließt? Noch ein Beispiel: Vielen Vertriebsmitarbeitern von Unternehmen fällt es zunehmend schwer, regelmäßige private Termine wahrzunehmen. Denn immer wieder dauert ein Kundentermin länger als geplant. Also sind (Interessen-)Konflikte vorprogrammiert.

Herausforderung: das eigene Leben managen

Hieraus resultiert eine weitere Herausforderung: Wir müssen sozusagen Manager unseres eigenen Lebens werden – also Personen, die durch ihr heutiges Handeln dafür sorgen, dass sie auch künftig ein glückliches und erfülltes Leben führen. Der erste Schritt hierzu besteht darin, dass wir eine Vision von unserem künftigen Leben entwickeln. Setzen Sie sich deshalb zum Beispiel zwischen den Jahren oder am Neujahrsmorgen hin und fragen Sie sich bezogen auf die vier Lebensbereiche:

  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Worin zeigt sich für mich ein erfülltes Leben? Und:
  • Was sollte ich heute tun, damit ich auch in Zukunft ein glückliches Leben führe?

Fragen Sie sich zudem (regelmäßig): Gibt es in meinem Lebensumfeld Anzeichen dafür, dass künftig die Balance in meinem Leben bedroht sein könnte? Das ist gerade in den aktuellen Corona-Zeiten extrem wichtig, da sich in ihnen in unserem Lebensumfeld so viel ändert.

Solche Warnsignale können sein:

  • Zwischen Ihnen und Ihrem Lebenspartner herrscht zunehmend Schweigen. Auch wichtige Freunde melden sich nicht mehr.
  • In Ihrem Betrieb lautet die oberste Maxime plötzlich „Sparen“.
  • Sie fragen sich immer häufiger: Was soll das Ganze?
  • Sie spüren ab und zu ein Stechen in der Herzgegend.

Heute die Basis für ein erfülltes Leben morgen schaffen

Haben Sie diese Fragen für sich beantwortet, dann können Sie konkrete Vorsätze fassen und einen Maßnahmenplan entwerfen, wie Sie diese realisieren. Und zwar ohne dass die Gefahr besteht, dass Sie Ihre Vorsätze schon wieder vergessen haben, kaum sind die Silvesterraketen verglüht. Denn Ihre Vorsätze sind nun in einer Vision von Ihrem künftigen Leben verankert.

Schöne Weihnachtstage, Zuversicht & ein frohes, gesundes und friedvolles Jahr 2021

Was für ein Jahr – für uns und für viele von Ihnen.

Ein Dankeschön an unsere Kund*innen & Partner*innen für all die Unterstützung, Flexibilität, Geduld und die viele Wertschätzung, die uns entgegengebracht wurde.

Auch in diesem herausfordernden Jahr werden wir – statt Weihnachtskarten und Geschenken – wieder Projekte unterstützen, die uns am Herzen liegen.

Die Auswahl fiel uns diesmal noch schwerer als sonst – es gibt so viele Initiativen aus dem kulturellen und sozialen Bereich, die durch die Pandemie schwer gebeutelt sind.

Wir spenden insgesamt 2.000,-€ an

  • die Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung
  • „einsmehr e.V.“, eine Initiative von Eltern aus dem Raum Augsburg, deren Kinder die genetische Besonderheit „Down-Syndrom“ haben.
  • raumpflegekultur, einen Augsburger Verein, der Leerstand mit Kultur, Kunst & Musik belebt.
  • den Krümelhof in Augsburg, der mit tiergestützter Pädagogik, Reittherapie, Ferienmaßnahmen, Traumatherapie, Besuchen (in Kindergärten, Seniorenheimen etc.) eine tolle Arbeit leistet.

Wir möchten mit unseren Spenden einen Beitrag für diese wichtigen Initiativen leisten und hoffen, dass Sie sich gemeinsam mit uns darüber freuen.

Wir wünschen Euch & Ihnen schöne Weihnachtstage, Zeit zum Durchschnaufen, Zuversicht & ein frohes, gesundes und friedvolles Jahr 2021

Prof. Dr. Andreas Bergknapp, Dr. Sabine Lederle & das gesamte ICO-Team

ICO goes Instagram

Wir haben unseren Social-Media-Auftritt erweitert und sind jetzt auch auf Instagram zu finden. Auf unserem Account posten wir aktuelle Bilder und bieten einen Blick auf das, was uns inspiriert. Wir freuen uns darauf, unser neues Profil mit vielen schönen Bildern und Eindrücken zu füllen. Wer uns folgen möchte, findet unser Profil unter folgendem Link: https://www.instagram.com/ico_institut/

Aktuelle Infos zu unseren Präsenzveranstaltungen

Mehrere Bundesländer haben aufgrund aktueller Covid-19 Infektionszahlen Beherbergungsverbote ausgesprochen. In der Regel ist die Teilnahme an unseren Veranstaltungen als auch die Veranstaltung selbst von Beherbergungsverboten nicht betroffen, weil unsere Weiterbildungen in einem beruflichen Kontext stattfinden.
In allen Bundesländern ist außerdem in jedem Fall eine Beherbergung uneingeschränkt möglich, sofern Sie einen negativen Covid-19 Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. Alle Veranstaltungen an allen Seminarorten finden weiterhin uneingeschränkt statt.


Selbstverständlich werden alle gesetzlich vorgeschriebenen Schutz- und Hygienemaßnahmen zusammen mit den Tagungshotels sowie unseren Trainer*innen umgesetzt:

  • Veranstaltungsräume: Die Raumgrößen erlauben die Einhaltung des Sicherheitsabstandes von mindestens 1,5 Metern.
  • Lüften: Es wird regelmäßig ausgiebig durchgelüftet.
  • Veranstaltungsort: Ein gastronomisches Konzept gewährleistet, dass auch die Kaffeepausen und Mahlzeiten den Auflagen entsprechend eingenommen werden können.
  • Hygiene: Ausreichend Desinfektionsmittel steht zur Verfügung. Erhöhte Hygienestandards in den Hotels (z. B. erhöhte Reinigungsfrequenzen).

Wir stehen mit unseren Trainer*innen und den Seminarhotels in engem Austausch, informieren uns täglich über die aktuellen Regelungen und beobachten die Situation sehr wachsam.

Sicher buchen

Sie können unbesorgt und risikofrei heute schon Ihr Wunsch-Seminar buchen:

  • Sollten behördlich angeordnete Beschränkungen für Reisen, Veranstaltungen o.ä. Ihre Teilnahme verhindern, buchen wir Sie selbstverständlich kostenlos um.
  • Falls persönliche Gründe einen Seminarbesuch verhindern, sichern wir Ihnen die Flexibilität auch sehr kurzfristig (gegen eine Bearbeitungsgebühr) auf einen Alternativtermin umbuchen zu können:
    Bei einer Umbuchung (nur einmalig möglich; nicht bei Ausbildungen) erheben wir folgende Bearbeitungsgebühren:
    • Umbuchung bis 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn: kostenlos
    • Umbuchung ab 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn: € 150,- zzgl. MwSt. (€ 178,50 inkl. MwSt.)

Mindful Leadership – wie Chefs achtsam führen und kommunizieren

Eine der brennendsten Fragen vieler Führungskräfte lautet in diesen Zeiten: Wie kann ich in diesem, von sehr rascher Veränderung und einer hohen Unsicherheit geprägten Umfeld

  1. als Top-Entscheider und -Manager in dem mir anvertrauten Bereich meine Handlungsfähigkeit bewahren,
  2. als Führungskraft meine Mitarbeiter durch den Dschungel der Veränderungen führen und zugleich
  3. als Individuum mir meine Freude an meinem Job bewahren und unter anderem im Mitarbeiterkontakt die nötige Zuversicht und Gelassenheit ausstrahlen?

Eine erhöhte Achtsamkeit ist gefragt

So unterschiedlich die Antworten im Einzelfall abhängig von der Person und Ist-Situation auf diese Frage auch sein mögen; ein Faktor ist für das Bewältigen der hinter ihr stehenden Herausforderungen unabdingbar: eine erhöhte Achtsamkeit beim Führen der eigenen Person sowie der Mitarbeiter -auch Mindful Leadership genannt.

„Mindfulness“, also Achtsamkeit, ist eine besondere Form der Konzentration, bei der man bewusst wahrnimmt, was im Moment ist und geschieht  und zwar ohne dies zunächst zu beurteilen. Ein Vordenker in diesem Bereich war Jon Kabat-Zinn, ein emeritierter Professor der University of Massachusetts Medical School in Worcester. Er entwickelte mit seinem Team in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Trainingsprogramm namens „Mindfulness Based Stress Reduction“, um nachhaltig besser mit Stress und den Herausforderungen im beruflichen und privaten Leben umzugehen.

Das Führungsverhalten verschärft reflektieren

Im Zentrum des Programms steht eine Entwicklung der Selbststeuerungsfähigkeit durch eine erhöhte und sensiblere Wahrnehmung von sich selbst. Sie ermöglicht es, unbewusst wirkende Denk-, Fühl- und Verhaltensmuster in sich zu erkennen und bei Bedarf außer Kraft zu setzen – also eingeübte und antrainierte Reiz-Reaktionsmuster zu durchbrechen, denn: Durch diese Form des Bewusstseins-Managements vergeht zwischen dem jeweiligen externen Reiz und unserer Reaktion auf diesen eine kleine Zeitspanne. In ihr können wir unsere Antwort beziehungsweise Reaktion auf den Reiz bewusst wählen. Die achtsame Wahrnehmung dieses inneren Prozesses ermöglicht es somit, unser Empfinden und Verhalten zu steuern.

Dies ist gerade in Krisen- und Marktumbruchsituationen wie den aktuellen beim Führen von Mitarbeitern extrem wichtig, denn in ihnen sind auch diese oft hochgradig verunsichert und teils auch beruflich und privat extrem belastet. Deshalb achten sie auch stärker als in normalen Zeiten auf die Reaktionen, das Verhalten und die Aussagen ihrer Führungskräfte und versuchen hieraus, Antworten auf solche Fragen abzuleiten wie: Wie sicher ist mein Arbeitsplatz? Wie viel Vertrauen schenkt mir mein Chef noch? Wie loyal ist er uns gegenüber, seinen Mitarbeitern?

Sich der Wirkungen des Verhaltens bewusst sein

Deshalb kann ein Verhalten, das in normalen Zeiten durchaus zielführend und angemessen ist, in Krisen- und Marktumbruchsituationen extrem negative Wirkungen haben. Also müssen Führungskräfte in ihnen ihr Verhalten verschärft reflektieren und gegebenenfalls neu justieren. Allein fällt dies Führungskräften gerade in Zeiten, in denen selbst unter Druck stehen, oft schwer. Deshalb sollten Unternehmen gerade dann erwägen, ihren Führungskräften einen Coach als Sparringpartner zur Seite zu stellen.

Unabhängig von der aktuellen Ist-Situation bietet ein Steigern der Achtsamkeit ihrer Führungskräfte Unternehmen jedoch vielversprechende Möglichkeiten. Untersuchungen zeigen: Durch ein Mindful Leadership können Führungsaufgaben authentischer und erfolgreicher wahrgenommen werden.

Ein wenig selbst-reflektives und sich seiner negativen (Neben-)Wirkungen nicht bewusstes Führungsverhalten verursacht für Unternehmen oft hohe Kosten. Studien belegen unter anderem seinen negativen Einfluss auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter, deren Produktivität sowie Fehlzeiten und Fluktuation.

Mindful Leadership hat viele positive Effekte

Durch ein achtsamkeit-basiertes Leadership-Programm können hingegen bezogen auf die Führungskräfte folgende positiven Wirkungen erzielt werden:

  1. Konzentrationsfähigkeit und Kreativität steigen,
  2. Aufbau nachhaltiger Stressbewältigungsstrategien,
  3. verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung,
  4. Ausbau wichtiger Führungskompetenzen (wie Empathie, Emotionale Intelligenz, Entscheidungsfähigkeit),
  5. flexiblerer Umgang mit (neuen) Herausforderungen, höhere Changekompetenz.

Hieraus resultieren wiederum für die Unternehmen  folgende positiven Effekte:

  1. höhere Produktivität aufgrund effektiverer Führungsarbeit,
  2. höhere Motivation und Zufriedenheit im Team,
  3. weniger krankheitsbedingte Fehltage,
  4. qualitativ höherwertige (Projekt-)Arbeit durch ein vernetzteres Denken und Handeln,
  5. höhere Arbeitsidentifikation aufgrund eines mitarbeiterorientierten Betriebsklimas.

Durch ein Mindful Leadership-Programm kann folglich nicht nur das Stresslevel der Führungskräfte gesenkt, sondern auch der Unternehmenserfolg gesteigert werden – auch weil eine erhöhte Mindfulness es den Führungskräften ermöglicht, herausfordernde Situationen neu wahrzunehmen und (mit ihren Mitarbeitern) kreativere Problemlösungen zu finden.

Die Kompetenz zu Selbstführung trainieren

Die Basis für eine achtsame Führung ist eine bewusste Selbstführung. So kennen achtsame Führungskräfte zum Beispiel ihre Werte, Einstellungen und Motive. Deshalb wissen sie auch, warum sie gerade in Stress-Situationen zu gewissen Reaktionen neigen. Also können sie auch ihr Verhalten steuern.

Das dahinter stehende „Selbst-Bewusstsein“ fällt nicht vom Himmel. Es erfordert vielmehr Zeit, der Bereitschaft, sich zu verändern beziehungsweise zu entwickeln sowie ein regelmäßiges Üben. Für Führungskräfte bedeutet dies konkret: Sie sollten zum Beispiel täglich circa 20 Minuten in sich und ihre Entwicklung investieren und die eigene Achtsamkeit beispielsweise durch Meditation trainieren – gerade in Zeiten wie den aktuellen.

Dieser Beitrag ist erschienen in: versicherungsmagazin.de, 4. August 2020

 

Rainer Paszek ist für das ICO als Berater, Trainer, Coach und Mediator mit den Schwerpunkten Führungstrainings, Achtsamkeit, Konfliktmanagement, Teamentwicklung und Teamcoaching, Coaching in Krisen- und Übergangssituationen seit vielen Jahren in Profit- und Non-Profit-Organisationen tätig.