#wirstarten: Präsenz-Seminare ab Juni

Gute Nachrichten: Aufgrund der nun geltenden Regelungen können wir
unsere Präsenzveranstaltungen ab Juni 2020 wieder durchführen.

Selbstverständlich werden alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen zusammen mit den Tagungshotels sowie unseren Trainer*innen umgesetzt:

  • Veranstaltungsräume: Die Raumgrößen erlauben die Einhaltung des Sicherheitsabstandes von mindestens 1,5 Metern. Die Räume können
    gut belüftet werden.
  • Veranstaltungsort: Ein gastronomisches Konzept gewährleistet, dass auch die Kaffeepausen und das Mittagessen den Auflagen entsprechend eingenommen
    werden können.
  • Hygiene: Ausreichend Desinfektionsmittel steht zur Verfügung.
    Erhöhte Hygienestandards in den Hotels (z. B. erhöhte Reinigungsfrequenzen).

Im Gespräch: Interview mit Prof. Dr. Andreas Bergknapp zur Corona-Krise

Wie kann man die aktuelle Corona-Krise aus einer systemtheoretischen Perspektive interpretieren?

Die Systemtheorie geht von der zentralen Prämisse aus, dass lebende Systeme nicht deterministisch steuerbar sind und erteilt dem einfachen Ursache-Wirkungs-Denken, das wir im Alltag so gerne verwenden, eine klare Absage. Die aktuelle Krise ist ein eindrucksvoller Beleg für diese theoretische Annahme: Die Folgen der Entscheidungen sind nicht absehbar. Isoliert betrachtet könnte zwar das Virus durch entsprechende lange, weltweite Quarantäne ausgerottet werden. Dies ist aber nicht lange genug durchzuhalten, weil psychische, soziale und wirtschaftliche Folgen nicht vertretbar wären. Die Entscheider tappen somit im Systemdunkel und können nur versuchen, unterschiedliche Systemdynamiken auszubalancieren. Letztendlich wird nach der Methode Versuch und Irrtum vorgegangen.

 

Also Trial and Error?! Welche Beobachtungen machen Sie bei diesen Versuchen, die richtigen Entscheidungen zu treffen?

Vor der Krise war der Managementdiskurs geprägt von Agilität und selbstorganisierten Teams. Eine starke Führung oder hierarchische Strukturen galten als überholt und altmodisch. In Krisensituationen hingegen ertönt wieder der Ruf nach starken Führungspersönlichkeiten. Und diese treten nun in Form von Frau Merkel, Herrn Söder oder den Virologen, die mehr in Talkshows als in Laboren zu sein scheinen, in Erscheinung und erfahren eine hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung. Es zeigen sich zwar auch Initiativen, die stärker dem Paradigma der Selbstorganisation zuzuordnen sind — beispielsweise Hackatons. Diesen mangelt es aber an Entscheidungsmacht, um nachhaltig wirken zu können. Während das Krisenmanagement bei uns recht gut zu funktionieren scheint, zeigt ein Blick in die USA, welche fatalen Auswirkungen es haben kann, wenn die falschen Menschen in derartigen Situationen Entscheidungen (nicht) treffen.

 

Wechseln wir von der gesellschaftlichen Ebene zu den Menschen, die von der Krise schwer getroffen sind, weil ihre berufliche Existenz gefährdet ist. Kann in diesen Fällen ein Blick auf die Chancen, die in jeder Krise stecken, helfen?

Wenn Sie einem Menschen, der sich in einer akuten Krise befindet, sagen, dass er sich doch auf das Positive konzentrieren soll, dann vermitteln Sie ihm die Botschaft: ‚Ist doch alles gar nicht so schlimm, es gibt auch positive Seiten‘. Auch wenn dem so ist, fühlt sich diese Person in diesem Moment noch schlechter, weil sie sich zum einen nicht verstanden fühlt und zum anderen aktuell einfach nicht in der Lage ist, die Dinge positiv zu sehen. Dazu ist sie zu sehr in ihren kognitiven und emotionalen Mustern gefangen.

 

Was kann man dann tun?

Zunächst geht es darum die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Bei der Verarbeitung von Krisen kommt es (meist) zu unterschiedlichen Phasen, in denen man die Krise leugnet, dagegen ankämpft oder aber resigniert und sich niedergeschlagen fühlt. Dem Annehmen der Situation steht meist die Forderung entgegen, dass die Welt so sein muss, dass es mir jederzeit gut geht. Leider kümmert sich die Welt nicht darum, sondern es passieren viele gegenteilige Dinge. Die entscheidende Frage ist, wie gehen wir mit diesen widrigen Situationen um.

 

Und wie können wir Krisen besser akzeptieren?

Die Akzeptanz hängt wesentlich von unseren inneren Selbstgesprächen ab: Wenn ich mir sage: ‚Oh Gott, wie furchtbar, das ist eine absolute Katastrophe! Ich halte es nicht aus, wenn ich mein Geschäft aufgeben muss!‘, dann werde ich mich auch entsprechend fühlen und meine Handlungsmöglichkeiten werden stark eingeschränkt sein. Wenn ich mir stattdessen sage ‚verdammter Mist‘, dann akzeptiere ich, dass es sich um eine unangenehme Situation handelt. Da gibt es nichts schönzureden: Die Situation ist vielleicht sogar höchst unangenehm. Aber wenn ich das akzeptiere, dann fühle ich mich nicht von einer Katastrophe überwältigt und bin nicht gelähmt, sondern ich kann mir Gedanken machen, wie ich diese Situation ändern kann. Und sollten diese ersten Änderungsversuche nicht den gewünschten Erfolg haben, dann ist das auch keine Katastrophe, sondern bleibt eine unangenehme Situation, die eben aktuell noch nicht verbessert werden konnte.

 

Das hört sich zwar plausibel, aber auch sehr herausfordernd, wenn nicht gar überfordernd für jemanden an, der in einer akuten Krise steckt.

Das stimmt! Die eben skizzierte ‚Verdammter-Mist-Methode‘ stammt aus dem psychotherapeutischen Ansatz von Albert Ellis und es ist nicht so einfach — gerade in Krisensituationen — die gewohnten Denkmuster allein zu ändern. Für die Betroffenen ist es wichtig mit jemanden reden zu können, der wirklich da ist und die Not versteht, mit diesem Verstehen kommt es zu einer ersten Entlastung. Hilfreich ist es, wenn dieser Gesprächspartner ein krisenerfahrener Coach, Supervisor oder Therapeut ist. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Betroffenen ihre aktuelle Situation akzeptieren, eigene Ressourcen und Ressourcen im Umfeld entdecken, die sie nutzen können. Kurz: Es bieten sich wieder mehrere Handlungsmöglichkeiten, die vorher nicht gesehen werden konnten.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

 

Aktuelle Infos zu unseren Präsenz-Seminaren

Erfreuliche Nachrichten: Aufgrund der nun geltenden Regelungen werden wir (Stand heute) unsere Präsenzveranstaltungen ab Juni 2020 wieder durchführen können.

Selbstverständlich werden wir alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen zusammen mit unseren Veranstaltungshotels sowie unseren Trainer*Innen berücksichtigen:

  • Die Raumgrößen erlauben die Einhaltung des Mindestabstandes von mindestens 1,5 Metern.
  • Die Hotels bieten ein entsprechendes gastronomisches Konzept an, so dass auch die Kaffeepausen und die Mahlzeiten nach den gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen eingenommen werden können.
  • In den Hotels herrschen erhöhte Hygienestandards (z.B. erhöhte Reinigungsfrequenzen etc.).
  • Es stehen ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung etc.
All das gilt natürlich unter der Voraussetzung, dass es zum Zeitpunkt Ihrer Veranstaltung weiterhin gesetzlich zulässig ist, das Seminar durchzuführen.

Konkrete Infos zu Ihrer gebuchten Weiterbildung / Ihrem nächsten Modul erhalten Sie sobald wir Nachricht von Ihrem Tagungshotel haben.
Weshalb erst dann? Auch die Hotels müssen die neuen (teilweise noch wenig konkreten) rechtlichen Vorgaben auf Umsetzbarkeit prüfen. Alle arbeiten mit Hochdruck an der Umsetzung und wir warten nun auf das O.K. der jeweiligen Veranstaltungsorte.

Zur Zimmerbuchung:
Wir haben die Zusage der Seminarhotels, dass die Abrufkontingente für die Zimmer bis 14 Tage vor Ihrem Veranstaltungstermin gehalten werden und bis dahin auch eine kostenlose Stornierung möglich ist; Sie können sich mit der Zimmerbuchung also noch Zeit lassen.Wir bemühen uns um umgehende Information und bitten um Verständnis, dass auch wir »auf Sicht fahren müssen«. Oder frei nach Jürgen Habermas:

»So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie.«*
Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns gerne telefonisch oder per Email kontaktieren.

*Habermas, J. (2020) im Gespräch mit Markus Schwering: Philosophie. Jürgen Habermas über Corona: „So viel Wissen über unser Nichtwissen gab es noch nie“. Frankfurter Rundschau online (aktualisiert am 10.04.20— 11:52): www.fr.de

 

Corona-Virus: Infos zu unseren Veranstaltungen

Aufgrund der aktuellen Situation und den behördlichen Anordnungen unterstützen wir die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsgefahr durch Covid-19 und haben alle Präsenzveranstaltungen bis einschließlich 31. Mai 2020 abgesagt. Wir verfolgen die aktuellen Regelungen seitens der Behörden und reagieren umgehend auf Veränderungen.

Offene Seminare / Ausbildungen

Wenn die notwendigen Schutzmaßnahmen über den 31. Mai hinaus weiter bestehen, werden wir auch spätere Termine zum Wohle aller absagen.

Dennoch sind wir zuversichtlich, dass die im Juni/Juli startenden Ausbildungen stattfinden. Damit sich unsere Teilnehmer*innen wohlfühlen, gelten spezielle Bedingungen:

  • Maximale Teilnehmeranzahl auf 12 Personen begrenzt.
  • Großer Seminarraum, den Abstandsregeln entsprechend.
  • Erweiterte Ratenzahlungsmöglichkeiten.
  • Stornierung bis zu 2 Wochen vor Beginn der Ausbildung möglich

 

Inhouse-Veranstaltungen

Wenn Sie mit uns eine Inhouse-Veranstaltung geplant haben, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren persönlichen Ansprechpartner. Wir werden mit Ihnen die aktuelle Sachlage bewerten und eine individuelle Lösung herbeiführen.

Unser Service steht weiterhin wie gewohnt telefonisch und per Email zur Verfügung. Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns persönlich unter der Telefon-Nummer 0821-56975670 erreichen oder per E-Mail unter info@ico-online.de.

Selbstverständlich können Sie weiterhin Seminare & Ausbildungen bei uns buchen. Unsere Coachings und Informationsgespräche bieten wir per Telefon/Online an.

Beste Grüße und bleiben Sie gesund!

Ihr ICO-Team

Webinar »Professionell online Coachen — wie geht das?«

Auf riesige Resonanz ist das Webinar »Professionell online Coachen — wie geht das?« gestoßen. In den Worten einer der 100 Teilnehmer: »Der Inhalt war genau auf den Punkt und Iris Komarek ist einfach toll. Ich habe viel für mich mitgenommen und vor allem, dass Online Coachen gar nicht unbedingt eine »Notlösung« sein muss.«

Danke, liebe Iris Komarek! Und allen Teilnehmer*innen viel Erfolg & Freude beim Umsetzen & »Machen«!

Systemische Perspektiven auf die Krise & die Zeit danach

Das ewiggleiche Mantra: Die Krise als Chance

Aus einer systemisch-konstruktivistischen Sicht überrascht es nicht, dass wir aktuell ganz unterschiedliche Einschätzungen und Interpretationen der Corona-Krise hören und lesen.
Nicht selten wird das Mantra der Chance, die in der Krise liegt, bemüht: Wir haben nun die Möglichkeit innezuhalten, uns zu besinnen auf die wahren Werte, auf unsere solidarische Gemeinschaft und haben endlich Zeit für unsere Familie. Manager fliegen nicht mehr für ein Meeting um die halbe Welt, sondern nutzen die vielfältigen Online-Möglichkeiten. Vielleicht findet auch ein Umdenken in unserer, auf permanentes Wachstum getrimmten Wirtschaft statt, weil die Erkenntnis reift, dass es so nicht weitergehen kann.
Selbstständige, die nicht wissen, wie sie die nächsten Wochen finanziell überstehen sollen, Unternehmer, deren Firmen kurz vor der Insolvenz stehen, Alleinerziehende im Homeoffice, die ihre Kinder bei Laune halten sollen, während sie um ihren Arbeitsplatz fürchten und bedürftige Familien, die auf soziale Dienste verzichten müssen, werden diesen positiven Rahmungen der Krise aber wenig abgewinnen können – ganz im Gegenteil. Es steht viel auf dem Spiel und Gefühle der Ohnmacht, Wut und Angst werden sich zunehmend ihren Raum nehmen.
All diese Einschätzungen haben ihre Berechtigung, denn jede Beobachtung wird von einem Beobachter gemacht, der seine Gründe hat, die Welt so und nicht anders zu sehen.

Verschwörungstheorien & Aluhüte

Am Rande der Arena der Bedeutungszuschreibungen tummeln sich Verschwörungstheoretiker, die endlich mal wieder einen interessanten Referenzpunkt haben. Einige scheuen auch nicht davor zurück, das Virus zu anthropomorphisieren: So wird in einem kursierenden Video dem Virus eine Stimme gegeben und das Virus prangert die Verdorbenheit der Menschen an. Das Virus meint es nur gut und will den Menschen aufzeigen, dass sie so nicht weiterleben können: Das Ziel sei eine bessere Welt. Derartige Deutungsangebote erinnern schon sehr an die religiöse Betrachtungsweise der Pest im Mittelalter als Geisel Gottes. Somit ist diese Sicht auch menschlich, wenn auch ein wenig aus der Zeit gefallen.
In den aktuellen politischen Zeitgeist passen jedoch die Bestrebungen einiger Autokraten, die Corona-Krise zum Ausbau ihrer Macht zu missbrauchen. Strukturell birgt die aktuelle Krise die Gefahr, dass freiheitlich-demokratische Strukturen außer Kraft gesetzt werden und einzelne Krisenmanager die Angst der Bevölkerung zum eigenen Machtausbau nutzen. Das kollektive Bedürfnis nach starker Führung ist nie größer als in einer Krise. Auch ökonomisch versuchen einige findige Unternehmer aus der Krise Profit zu schlagen und verkaufen Schutzmasken mit 3000 Prozent Aufschlag. Diesen Phänomenen stehen natürlich zahlreiche positive und ermutigende Beispiel gegenüber: Junge Menschen kaufen für ältere Menschen ein, die Politik beschließt in Windeseile immense Soforthilfen, in Hackathons entstehen kreative Ideen und zahlreiche Dienstleistungen werden online angeboten. Schon diese verkürzte Bestandsaufnahme, die sich noch gar nicht mit dem immensen Bedeutungszuwachs von Klopapier in der deutschen Kultur beschäftigt hat, zeigt eine enorme Bandbreite an Interpretationen und Handlungsmöglichkeiten, die sich aktuell ergeben.

Perspektiven – eine subjektive Auswahl:

Wir haben im Folgenden einige – aus unserer Sicht – interessante Perspektiven auf die Krise und vor allem auf die Zeit nach der Krise zusammengestellt. Aber auch diese Auswahl ist eine Konstruktion und unsere Absicht ist eine positive Irritation. Ob dies gelingt, könnt nur ihr als Leser entscheiden.
  • Eine Analyse der Gefahren und Chancen und ein Plädoyer für mehr Solidarität bietet das Interview des Bestsellerautors Yuval Harari.
  • Das ‚Von-Vorne-Szenario‘ des Zukunftsforschers Matthias Horx ist wohl einer der meistgelesenen und -geteilten Texte der letzten Wochen. Hoffen wir hier mal auf die Kraft der sich-selbst-erfüllenden Prophezeihung. Seine Methode der Re-Gnose ist für Systemiker auch insofern interessant, weil sie im Prinzip wie die Wunderfrage von Steve de Shazer funktioniert.
  •  Nicht ganz so optimistisch schätzt die Philosophin Lisz Hirn die aktuelle Situation ein. Sie akzentuiert etwas mehr die Gefahren, die mit der Krise verbunden sein können. Auch diese Perspektive soll hier einen Raum haben.

Infos zur aktuellen Situation

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, allen auf diese Termine gebuchten Teilnehmer*innen in den nächsten Wochen eine Info über Ersatztermine zu schicken und digitale Alternativen anzubieten. Wir am ICO werden weitestgehend im Home-Office und in virtueller Form zusammenarbeiten. Selbstverständlich sind wir weiterhin erreichbar ( telefonisch bzw. am besten per Email).